Aktuelles
Termine
- 20.05.2012 150 Jahre Feuerwehr Höchstadt
- 23.05.2012 | 19.00 Absturzsicherung
- 24.05.2012 | 18.00 Jugendgruppe
Ein Zeitzeuge berichtet...
Aufzeichnungen aus der Hauschronik des bekannten Forchheimer Malers Michael Kotz
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.
Die Gründung des edlen Institutes der freiwilligen Feuerwehr in der guten Stadt Forchheim fällt auch in diese Zeit. Und nachdem ich demselben lange Jahre angehört, ihm viel Zeit und Mühe gewidmet habe, will ich auch einige Zeilen hierüber anfügen. Aus dem hierorts schon bestandenen Turnverein gingen die ersten Feuerwehrleute hervor und der erste Hauptmann des jungen Corps war der Vereinsvorstand der Turner, Hutmachermeister Kilian Beyer. Die Gründung erfolgte im Frühjahr 1869 und ich bin bald darauf, nachdem ich ja im Urlaub in der Heimath war, als Steiger eingetreten. Mein früherer Beruf gab mir ja hierzu gerade die beste Berechtigung und Turnvereinsmitglied war ich ja ohnehin schon lange. Die Stadt schaffte eine mechanische Schubleiter an, einige Löschmaschinen wurden uns zugetheilt und wir übten uns fleißig damit ein. Bei einem kleineren Brande im November 1868 im sogenannten alten Spitale, das vis a vis der Klosterkirche gestanden hatte, zeigte sich jedoch. daß für einen Brand von größerer Ausdehnung unser Häuflein Wehrmänner viel zu gering war. Nun hieß es weiter über den Turnverein hinausgreifen, wenn es auch uns Turnern am Anfange nicht recht eingehen wollte. Eine Anzahl von wackeren Männern thaten sich zusammen, es wurde ein Aufruf zum Beitritt in die freiwillige Feuerwehr erlassen und erfreulicherweise erfolgten die Anmeldungen in solch großer Anzahl, daß man drei ältere Leute zurückweisen mußte. Es mag davon hergekommen sein, daß sich so viele ältere Leute anmeldeten, weil dieselben einen Ersatz für die vor kurzem erst zu Grabe gegangene alte Landwehr erhofften. Viele hatten ja dort eine kleine Charge begleitet an der sie mit Liebe gehangen hatten lange Jahre, aber dies gelang in der Folge nur einigen der Neuzugegangenen welche wirklich auch Chargen erlangten. Es waren die beiden Adjudanten Schmidt und Erlwein, später auch Wetzel, welche auch noch lange diese Stellen innehatten und erst in Folge des Alters abgingen. Commandant war bei der nun vergrößerten und auch uniformierten Feuerwehr der Maurerpolier und Bauzeichner Paul Köstner, von uns "Tibertius" genannt. Mich hat man wegen meiner militärischen Erfahrung als Adjudant und Exerziermeister gewählt, damit ich der Truppe etwas militärischen Drill beibringe, durfte man sich doch den Soldaten gegenüber (wir hatten ja noch die Infanterie und Chevauxleger in Garnison) nicht mit falschen Aufmärschen usw. blamieren.
Beim bayr. Feuerwehrtag in Regensburg war ich im Mai als Delegierter und habe mit den Kameraden aus Nah und Fern viele frohe Stunden erlebt. Quartier hatte ich frei im bürgerspitälischen Bräuhaus in Stadtamhof, zugleich mit dem Kommandanten Köstner, Schindler, Schmidt und Feldbaum, letztere drei als Wehrmänner. Nach dem Kriege 1870/71 trat ich wieder in meine mir offen gelassene Charge ein und hatte dieselbe bis zum Jahre 1879 inne gehabt. Köstner trat wegen Krankheit 1872 vom Kommando zurück und so war Baumeister Friedrich Kratzer kurze Zeit Hauptmann. Im Laufe des Jahres noch legte dieser das Kommando nieder und man wählte den, kurz erst nach Forchheim versetzten Bezirksgeometer Fritz Collorio an seiner Stelle zum Kommandanten. Reiche Erfahrung, große Lust und Liebe zur Sache beseelten diesen wackeren Mann und er schuf in Kurzem eine Muster-Feuerwehr, neben der sich die Nachbarstädte wie z. B. Erlangen und was Disziplin anlangt, nicht einmal Bamberg stellen durften. Die Bildung von zwei Compagnien, die ganz unabhängig voneinander arbeiten können, die Errichtung der Schutzmannschaft zur Absperrung des Brandplatzes und zur Bewahrung des geretteten Gutes, ist sein Verdienst. Er hat auch mit seinen Wehrleuten Kostümfeste usw. arrangiert, damit der Eifer nicht erlahme, auch die Sedanfeiern in jenen Jahren waren sein Werk. Auch er erntete in der Folge schwarzen Undank und nach sechs Jahren legte er freiwillig das Kommando nieder. Burkard Wilhelm (Privatier) wurde sein Nachfolger behielt das Kommando jedoch nur etwa ein Jahr. Am Karsamstag 1879 wählte man mich zum Hauptmann. Wenig über ein Jahr habe ich diese Würde ertragen mögen, sie wurde mir durch viele und große Intriguen entleidet. Ich gedenke aber noch recht lebhaft, was ich in dem strengen Winter 1879-1880 ausgestanden habe mit meinen vielen Geräthen, die doch im Nothfalle alle richtig zum arbeiten im Stande sein mußten. Nun wurde der glühende Wunsch eines Mannes erfüllt, welcher lange Jahre schon nach der Hauptmannstelle getrachtet hatte und auch seinen Vorgängern sämtlich viele Steine in den Weg geworfen hat.

Ich begnügte mich bei der Chargenwahl mit der Stelle des Schriftführers, welchen Post ich bis zum Jahre 1888 begleitete. Als Schutzmann war ich von da ab bis zum Austritte im Jahre 1895 aktiv und als solcher habe ich in Rosenheim die allerhöchste Auszeichnung für 25-jähr. Feuerwehrdienst erhalten, zwar ein Jahr zuspät, aber das macht nichts, bekommen habe ich die Auszeichnung doch.
Für die von mir geschriebene und auch theilweise illustrierte Geschichte unseres Feuerwehrcorps, habe ich dies Anerkennungschreiben von Herrn königl. Oberinspektor der bayr. Feuerwehren Ludwig Jung erhalten nebst seinem Bilde und dieses Bild habe ich bei meinem Weggange von dort, dem Corps als Andenken für sein Vereinslokal zurückgelassen. Die bayr. Landesfeuerwehr-Zeitung hatte in einem kleinen Artikel meine Corps-Chronik besprochen und zur Nachahmung aufgefordert."
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