Geschrieben von: Gerhard Haagen

Chronolgische Auflistung der wichtigsten und interessantesten Ereignisse, seit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim am 25. März 1868 (inkl. verschiedener Bilddokumente).


1868

Die Geschichte bzw. die Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim beginnt mit einer Anzeige auswärtiger Interessenten in den Forchheimer Nachrichten am 6..1868 mit folgendem Inhalt:

Anzeige auswärtiger Interessenten

Die Reaktion kam prompt. Nur 14 Tage später wurde durch den Turnverein Forchheim (heute VfB Forchheim) eine außerordentliche Generalversammlung für den 25. März einberufen.

Einladung zur außerordentlichen Generalversammlung

Dieser Tag, der 25. März 1868, gilt heute als amtlicher Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim, zur damaligen Zeit noch Turnerfeuerwehr genannt. Hauptmann bzw. 1. Vorstand wurde der damalige Vereinsvorstand des Turnvereins Hutmachermeister Kilian Beyer. Der Mitgliederstand betrug 38 Personen, davon 33 aus den Reihen des Turnvereins. Eine weitere Anzahl von Mitgliedern kam dann aus den Reihen des katholischen Gesellenvereins hinzu.

Auch der damalige Stadtmagistrat zeigte sich bemüht selbst die Einleitung zur Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr für hiesige Stadt in die Hand zu nehmen..." und lud alle interessierten Bürger in den Rathaussaal ein. Zwar sind rd. 120 junge Männer der Wehr beigetreten, wie sich später jedoch herausstellte, größtenteils nur auf dem Papier.

 

1869

erfolgte die Umbenennung der Turnerfeuerwehr in "Freiwillige Feuerwehr Forchheim".

 

1872

Abdankung von Feuerwehrhauptmann K r a t z e r.

Bezirksgeometer C o l l o r i o übernahm die Stelle des 1. Kommandanten.

Hinsichtlich der Anschaffung einer Standarte ist dem Protokollbuch vom 07.06.1872 zu entnehmen:

...Ferner soll eine Standarte mit darauf befestigter Laterne angeschafft werden, welche die rote Farbe haben muß und welche dazu dienen soll, um das Direktorium bei Brandfällen auf dem betreffenden Platz sofort zu finden."

Die damals angeschaffte Standarte sollte im Jahre 1990 restauriert werden und ging dabei verloren. Die heute existierende Standarte wurde der alten nachgearbeitet und in Goldschrift der Satz "Neuanfertigung 1990 nach dem Orginal von 1872" eingestickt.

 

1873

Erster offizieller Feuerwehrtag am 20. Juli mit Gründung eines Gauverbandes.

Die Höhe das damaligen Mitgliedsbeitrages ergibt sich aus einer Bekanntmachung der Freiwilligen Feuerwehr vom 30.12.:

1. Jedes aktive Mitglied zahlt vom 1.1.1874 an monatl. 3 kr.
2. Jedes neu aufzunehmende aktive Mitglied zahlt 18 kr. Aufnahmegebühr.
3. Jedes außerordentliche (passive) Mitglied zahlt per Quartal 15 kr. Beitrag.

 

1875

Beinahe wäre die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr in diesem Jahre zu Ende gewesen, da in einer Generalversammlung am 12. Juni über den Fortbestand oder die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr diskutiert wurde.

"...Es war den Forchheimer Bürgern unerklärlich, wie man dieses Institut, das der Stadt so ausgezeichnete Dienste leistete und leisten kann, auf einmal in Frage stellen will."

Am 3. Juli wurde vom Stadtmagistrat diesbezüglich eine Feuerwehrversammlung einberufen. Ziel der Versammlung war der Fortbestand der Feuerwehr bzw. neue aktive Mitglieder zu erhalten.

"...Sollte diese Aufforderung nicht den gewünschten Erfolg haben, so müßte unlieb die Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen werden, damit die Steiggeräthe und die mit so bedeutenden Kostenaufwande angeschafften Spritzen besetzt werden können. Zweifellos dürfte übrigens ein freiwillig dargebrachtes Opfer schätzbarer sein als ein nöthigenfalls zu erzwingender Gemeindedienst."

 

1881

Am 9. Januar wird der damalige Stadtkämmerer Wilhelm L e o zum 1. Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr gewählt.

Am 19. November großer Festabend im Rathaussaal anläßlich der Übernahme des Protektorates der Bayerischen Feuerwehren durch "Seine Majestät des Königs".

 

1884

Gründung der Unterstützungskasse der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim". Nach der Satzung ist Zweck der Kasse, den aktiven und passiven Mitgliedern, sowie den Ehrenmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim im Bedarfsfalle eine Unterstützung zu gewähren. In den Genuß der Unterstützung kann nur kommen, wer mindestens 5 Jahre aktiven Dienst (nicht nur Mitgliedschaft) bei der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim geleistet hat. Die Kasse gewährt Unterstützung im Todes- und Krankheitsfall.

Die Satzung hat heute noch Gültigkeit und zahlt im Todesfall an die genannten Mitglieder bzw. Hinterbliebenen eine geringfügige "Unterstützung". Über die Notwendigkeit dieser Satzung in der heutigen Zeit dürften allerdings Zweifel aufkommen.

 

1885

Gründung des "Musikkorps" der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim.

 

1886

7. Kreisfeuerwehrtag in Forchheim am 22. August.

 

1889

In der Jahreshauptversammlung vom 10. Februar 1989 wird die 1. Satzung für die Freiwillige Feuerwehr Forchheim genehmigt (in der Generalversammlung vom 17. April 1904 abgeändert und neugefaßt).

 

1890

Forchheim wird kreisunmittelbare Stadt. Der 1. Kommandant Leo wird zum Bezirksfeuerwehrvertreter ernannt.

1. Satzung und Kommandant Wilhelm LEO

 

1894

Mit einjähriger Verspätung wurde am 18., 19. und 20. August 1894 das 25jährige Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim gefeiert. Der Grund für die verspätete Feier ist aus den bestehenden Unterlagen nicht zu ersehen.

Für die Jahre 1893 - 1906 fehlen aus Gründen, die heute nicht mehr feststellbar sind, alle protokollarischen Aufzeichnungen.

 

1903

Großbrand der Löhr-, Held- und Kleemannsmühle (Dreimühlenbrand).

Skizze des Einsatzes Dreimühlenbrand 1903

 

1907

40-jähriges Stiftungsfest am 29. und 30. Juni 1907

40-jähriges Stiftungsfest

 

1909

Gemäß Bekanntmachung vom 30. März hat die Zugehörigkeit zum Freiwilligen Feuerwehrkorps zur Folge, daß Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim, welche derselben während 15 Jahren ununterbrochen aktiv angehören, auf Ansuchen unter den sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen gebührenfrei das Heimrecht in der Stadt Forchheim zu erhalten, während Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim, welche derselben während 20 Jahren ununterbrochen aktiv angehören, gebührenfrei das Bürgerrecht in der Stadt beanspruchen konnten.

 

1918

Die Folgen des 1. Weltkrieges; von insgesamt 286 aktiven Mitgliedern (Stand: 01.01.18) waren

zum Heeresdienst eingezogen: 133
gefallen: 14
vermißt: 2
in Gefangenschaft: 1

(Protokollbuch vom 17. Mai 1919)

 

1920

50-jähriges Gründungsfest, verbunden mit einer Kreis-Oberinspektion am 31. Juli und 1. August 1920.

 

1923

Zur rascheren Alarmierung der Werkfeuerwehr der Firma Spinnerei (damals freiwillige Feuerwehr) wurde eine direkte Telefonverbindung zwischen der Polizei und der genannten Firma hergestellt, "da die Benachrichtigung durch das staatliche Telefon jeweils glänzend versagte".

Die Niederschriften der Freiwilligen Feuerwehr für die Zeit von 1934 - 1945 sowie alle anderen Unterlagen, aus denen Rückschlüsse über Vergangenes in dieser Zeit gezogen werden könnte, wurden durch die amerikanische Besatzungsmacht verbrannt. Die nachfolgenden Angaben sind daher privaten Unterlagen entnommen bzw. aus mündlichen Gesprächen entsprechend verarbeitet worden.

So ist den Aufzeichnungen (vom 27.12.1952) des 1945 von den Amerikanern kommissarisch zum Feuerwehrkommandanten ernannten Zugführers Albert Dreier zu den Kriegsjahren 1942 - 1945 folgendes zu entnehmen.

"Trotz geschwächter Mannschaftsstärke mußten die Forchheimer Einsätze in Nürnberg fahren. Obwohl die Aufzeichnungen im Krieg und nach dem Krieg verloren gingen, muß mit vorhandenen Aufzeichnungen vorlieb genommen werden."

Nach dem Bericht des Kommandanten fuhr die Forchheimer Wehr in den Kriegsjahren 1942-1945 zu rd. 20 Einsätzen nach Nürnberg.

"Auch gab es zu dieser Zeit eine Frauengruppe. Diese war genau so freiwillig, wie die Feuerwehrmänner bei der Wehr. Als Kleidung hatten sie Combis an. Durch besonderen Mut haben sich ausgezeichnet: Ein Teil der

Abwandner Rosa
Dittrich Gunda
Schwalb Gunda

Die Frauengruppe war selbstverständlich auch bei den Einsätzen in Nürnberg dabei.

Im Jahre 1944 vermehrten sich die Bombenangriffe der amerikanischen und englischen Luftstreitkräfte auf deutsche Städte, weshalb auch die Forchheimer Wehr vermehrt zu Einsätzen sowohl in Forchheim als auch auswärts gerufen wurde. Das Jahr 1945, das Jahr des völligen Zusammenbruchs des Dritten Reiches, forderte auch von der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim unermüdliche Arbeit. So wurden in der Zeit vom 1. Januar bis Ende April 1945 121 Fliegeralarme gegeben.

Am Vormittag des 15. April 1945 marschierten die Amerikaner in Forchheim ein. Vor dem Einmarsch erfolgte Panzerbeschuß aus westlicher Richtung.

Den Aufzeichnungen ist zu entnehmen

"....Nach dem Einmarsch der Amerikaner wurde u.a. das Feuerwehrgerätehaus sinnlos geplündert. Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände wurden größtenteils verbrannt oder gestohlen oder unbrauchbar gemacht. Erst nach Einspruch bei der Militärverwaltung wurde der Zugang zum Gerätehaus allen Soldaten verboten."

Nach Vorstellung der Feuerwehrmänner bei der amerikanischen Militärregierung wurde ein Teil, Mitglieder der NSDAP, aus der Wehr entfernt und die Bereitschaft wieder hergestellt. Wie bereits zuvor erwähnt, wurde der damalige Zugführer Albert Dreier von der amerikanischen Militärregierung kommissarisch als Kommandant ernannt und in der darauf folgenden Zeit durch die Mitglieder der Feuerwehr auch gewählt. Während der ersten Jahre der Aufbauarbeit hatte die Vorstandschaft ihre Sorge, die großen Lücken in den Reihen der Feuerwehrmänner wieder mit jungen Kräften auszufüllen. Nur mit Mühe und Not gelang es, junge Leute für den Dienst am Nächsten zu gewinnen. Nach Erledigung dieses Problems machte sich ein sehr starker Mangel an Geräten und Ausrüstungsgegenständen bemerkbar, die zur Aufrechterhaltung des Feuerschutzes in der Stadt unbedingt notwendig waren. Dank der großzügigen Unterstiitzung des Stadtrates konnte auch hier innerhalb kurzer Zeit Abhilfe geschaffen werden.

Mit der ersten Versammlung am 15.12.1945 in der Gaststätte "Fränkische Bierstube" begann die Neuorganisation und Einteilung der Wehr.

Einer Niederschrift über die Gruppenführerbesprechung vom 19.07.46 ist folgendes zu entnehmen: "Die Besprechung diente der Einteilung und Organisation der Wehr. Als ein Mangel hat sich die Unlust der Feuerwehrkameraden, zahlreich zu den Übungen zu erscheinen, gezeigt. Es ist dies aber eine Erscheinung, die sich allgemein, nicht nur in Forchheim, bemerkbar macht und einerseits eine Folge des Krieges darstellt, andererseits auch mit der schlechten Ernährung zusammenhängt."

 

1949

Daß die Forchheimer Wehr damals schon mit entsprechenden Inseraten versuchte, Bürger vor möglichen Bränden zu schützen bzw. vorzubeugen, ist aus einem Amtsblatt des Jahres 1949 zu entnehmen:

"Helft Brände verhüten!

Bei Stichproben in den Häusern werden immer wieder geflickte Sicherungen vorgefunden. Es ist eine Nachlässigkeit der betreffenden Haus- und Wohnungsinhaber, zumal jetzt die Produktion der elektrischen Sicherungen wieder auf vollen Touren läuft. Oder ist es vorteilhafter für den Preis einer Sicherung von 15 - 20 Pfg. einen Brand zu verursachen, der Heim, Hab und Gut vernichtet?

Also bitte - helft mit, Unglück zu verhüten und treibt den Feuerteufel (Sicherungsflicker) aus dem Haus!"

 

1950

Im Februar 1950 ergriff die Forchheimer Feuerwehr die Initiative und startete zur Freude aller Forchheimer den ersten Faschingszug nach dem Kriege.

Im Neuen Volksblatt vom 23. Februar 1950 stand:

"Den Clou des Nachmittags bildete der Faschingszug der Forchheimer Stadtfeuerwehr zu der angesagten komischen Feuerwehrübung auf dem Paradeplatz. Vom Aufstellungsort bei der Kaiserpfalz bewegte sich der Zug über den Rathausplatz durch die Hauptstraße auf den Paradeplatz. An der Spitze des Zuges stand auf einem Plateauwagen ein Haus mit der Aufschrift Finanzamt; dann folgte eine uralte Feuer spritze, an der ein Odelwagen als Tankwagen angehängt war; den Abschluß bildete ein Wagen mit Masken und Musikanten. Auf dem Paradeplatz wurde das Finanzamt vom Wagen gehoben und für eine Löschübung aufgestellt. Unter dem Jubel der Zuschauer wurde nun das Finanzamt angezündet und stand im Nu in hellen Flammen."

 

1951

Am 11. September wird das neu erbaute Spritzenhaus für die Vorortgruppe der Lichteneiche ("Löschgruppe Siedlung") in der Ringstraße eingeweiht.

1952

Daß in Sachen Mitgliederwerbung auch zur damaligen Zeit schon etwas unternommen werden mußte, zeigt ein Ausschnitt aus dem Volksblatt vom 11.10.52:

"Bekenne auch Du Dich durch den Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr, zu einer der schönsten Pflichten im Leben- zur Hilfeleistung an Deinem in Not geratenen Nächsten. Tritt ein in die Reihen der Männer, die unterschiedslos zusammenstehen, geeint in dem entschlossenen Willen zur Abwehr gegen das furchtbare Element des Feuers, treu dem Grundsatz: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!"

 

1956

Feuerwehrmann Georg Nägel erhält aus der Hand des Oberbürgermeisters Steinmetz das Steckkreuz des Feuerwehrehrenzeichens als besondere Auszeichnung für die Rettung von 2 Kindern vor dem Feuertod in einem Wohnhaus am Weingartsteig.

OB Steinmetz und Georg Nägel

 

1958

Im 90. Gründungsjahr wird neben der bisherigen Weckerlinie eine neue Alarmanlage der Firma Siemens (Rundspruchanlage mit 40 Weckern und Telefonen) in Betrieb genommen. Kommandant Albert DreierAuf die Feuerwehr entfallen davon 30 Wecker, auf die Polizei 8 und auf das Wasserwerk 2 Wecker. Auf Grund der Möglichkeit, daß der einzelne Feuerwehrmann über die Polizei einen Alarm auslösen kann, werden die Wohnungen dieser Feuerwehrmänner als "öffentliche Feuermeldestellen" gekennzeichnet.

In Würdigung seiner Verdienste um das Feuerlöschwesen hat der Bayer. Staatsminister des Innern dem Kommandanten und Kreisbrandinspektor Albert Dreier das Steckkreuzes Feuerwehrehrenzeichens verliehen. Die Aushändigung der Auszeichnung erfolgte im Regierungsgebäude zu Bayreuth durch Regierungspräsident Dr. Stahler in Anwesenheit von Oberbürgermeister Steinmetz.

Am 21./22. Juni feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 90-jähriges Gründungsfest.

Am 26. Juli mußte die Forchheimer Wehr zu einem außergewöhlichen Einsatz auf das Annafestgelande ausrücken, um mit kräftigem Wasserstrahl die Ruhe und Ordnung zwischen Zechern und Radaumachern wieder herzustellen.

Ein Forchheimer Bürger hat dies so zitiert (Forchheimer Volksblatt vom 1.8.58): "A nossa Bierprob"

A nossa Bierprob

 

1960

Die Vorortgruppe Serlbach kann auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Jubiläumsfeier wurde mit einem Festgottesdienst eröffnet, dem sich eine Einsatzübung anschloß.

 

1961

Neueinführung der Sonn- und Feiertagswachen während der Sommermonate.

Die Presse dokumentierte das Ereignis wie folgt {Forchheimer Volksblatt vom 22.08.1963):

"Wenn der rote Hahn kräht.... fliegen die Schafkopfkarten in die Ecke."

Die Freiwillige Feuerwehr, von der Bevölkerung als Selbstverständlichkeit und "Mädchen für alles" angesehen, ist durchaus nicht selbstverständlich. Gedankenlos nehmen die meisten Mitbürger die Tatsache hin, daß die Feuerwehrleute ihre Freizeit opfern und im Brandfall jedermanns Gut gegen Feuer schützen, aber daß sie selbst an Sonn- und Feiertagen eine Brandwache besetzen, ist vielen noch nicht bekannt geworden.

PS: In der Sitzung des Vorstandes vom 07.04.81 wurden die Sonn- und Feiertagswachen wieder abgeschafft.

 

1962

2. Kommandant Hans Schuster wird am 18.8.62 durch den Bayer. Staatsminister des Innern, Alfons Goppel, das Steckkreuz des Bayer. Feuerwehrehrenzeichens verliehen. Die Verleihung erfolgte in Aschaffenburg im Rahmen der 100-Jahrfeier der dortigen Wehr.

Auf Veranlassung von 2. Bürgermeister Hoffmann wurde im Jahre 1962 für die aktiven Mitglieder der Feuerwehr bei der Bayer. Versicherungskammer München eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen, für die die Stadt Forchheim die jährlichen Versicherungsbeiträge übernimmt.

 

1963

Im Jahre 1963 erwirbt die Stadt Forchheim durch Vermittlung von Kommandant Dreier ein Grundstück an der Egloffsteinstraße (heutiges Gerätehaus).

 

1964

Kreisbrandinspektor und Kommandant Albert Dreier tritt aus Altergründen zurück. Dreier war seit 1945 1. Kommandant und Vorstand der Forchheimer Wehr. Ihm gelang der Wiederaufbau der Feuerwehr nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches im Jahre 1945. Gleichzeitig wurde Dreier unter Würdigung seiner Verdienste um das Feuerlöschwesen durch einstimmigen Beschluß des Verwaltungsrates zum Ehrenkommandanten ernannt.

 

1967

Mit den Worten "Ein längst gestecktes Ziel ist erreicht" wurde am 06. Januar das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Die kirchliche Weihe vollzogen der Stadtpfarrer von St. Martin, Dekan Fiedler, sowie von St. Johannis, Stadtpfarrer Grell. Oberbürgermeister Ritter von Traitteur übergab das Haus seiner Bestimmung, symbolisch dargestellt durch Überreichung eines kunstvoll gefertigten Schlüssels an Kommandant Oskar Schmelmer.

Am 01.07.1967 erfolgte die hauptamtliche Anstellung eines Gerätewartes bei der Freiwilligen Feuerwehr Forchheimdurch die Stadt, somit die erste berufsmäßige Kraft für die Feuerwehr, unter gleichzeitiger Zuweisung der Wohnung im Feuerwehrgerätehaus. Gerätewart war Brandmeister Heinz Horsch.

 

1968

"Hundert Jahre steht die Freiwillige Feuerwehr Forchheim im Dienste des Nächsten. Das heißt Idealismus und Hilfsbereitschaft bei Tag und Nacht für die gesamte Bevölkerung unserer Heimatstadt. Wir, die jetzt lebende Generation, begehen den 100. Geburtstag unserer Wehr, nicht ohne der Männer zu gedenken, welche aus ideellen Erwägungen heraus die Freiwillige Feuerwehr Forchheim gegründet haben. Wir verpflichten uns, das Werk dieser Männer mit demselben Idealismus weiterzuführen und alles im Bewußtsein steter Pflichterfüllung zu tun, sowie weiterhin als Beschützer der Menschen, ihrer Güter und Kulturwerke zu wirken".

Mit diesen Worten eröffnete der Kommandant und Vorstand Heinz Horsch die Festlichkeiten zum 100. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim.

 

1973

Bei einem kleinen Festakt auf dem Rathausplatz übergibt Oberbürgermeister Ritter von Traitteur die Funkalarmierungszentrale an die Freiwillige Feuerwehr. Sie löst die im Jahre 1958 angeschaffte "Rundspruchanlage" der Fa. Siemens ab.

Einem Zeitungsbericht vom 09.07.1993 ist zu entnehmen:

"In der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr ist eine neue Ära angebrochen: Seit Sonntagmorgen werden die Alarmrufe über ein Funksirenensteuersystem an die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim weitergegeben. Die bisherige Alarmierung über Telefonleitungen wurde in die neue Regelung miteinbezogen. Die Kreisalarmierungszentrale besteht aus einer Besprechungseinheit bei der Landespolizeistation und einer Feststation im Rathaus. Die Gesamtkosten in Höhe von 18.000 DM werden vom Landkreis getragen. Beide Stationen sind so aufgebaut, daß sie ohne weiteres und ohne Zusatzgeräte die Aufgaben einer Kreisalarmierungsstelle erfüllen können.

 

1975

Die Forchheimer Feuerwehr übernimmt anläßlich des 100-jährigen Gründungsfestes der Freiwilligen Feuerwehr Kersbach die Patenschaft.

 

1976

Einführung der Feuerschutzabgabe in Höhe von 24 DM durch die Stadt (Rechtsgrundlage für die Erhebung bildet Art. 4 des Kommunalabgabengesetzes). Nach § 1 der Satzung erhebt die Gemeinde von den männlichen Einwohnern, die zu Beginn des Jahres

1. das 18., aber noch nicht das 60. Lebensjahr vollendet haben und
2. in der Gemeinde ihre Hauptwohnung im Sinne des Melderechts unterhalten, eine jährliche Feuerschutzabgabe.

1977

Auf Grund seiner Verdienste für die Freiwillige Feuerwehr Forchheim beschließt der Verwaltungsrat in seiner Sitzung vom 14.12.1977, Oskar Schmelmer zum Ehrenkommandanten zu ernennen. Die Urkunde wird in der Jahreshauptversammlung am 06.01.1978 durch den 1. Vorsitzenden Fritz Igel überreicht.

 

1982

Mit Wirkung vom 01.01.1982 tritt das neue Bayerische Feuerwehrgesetz (BayFwG) in Kraft und löst damit das Gesetz über das Feuerlöschwesen von 1946 ab. Im Ergebnis geht das BayFwG von einer klaren rechtssvstematischen Trennung zwischen der Freiwilligen Feuerwehr als gemeindlicher (Sicherheits-) Einrichtung und dem Feuerwehrverein aus und enthält - von Art. 5 Abs. 1 abgesehen nur Regelungen, die sich auf die Freiwilligen Feuerwehren als gemeindliche Einrichtung beziehen. Art. 5 Abs. 1 garantiert jedoch. daß die Feuerwehrvereine trotz der rechtlichen Abgrenzung Stütze der Freiwilligen Feuerwehren bleiben und diese auch weiterhin mit gesellschaftlichem Leben erfüllen können

 

1983

Stadtbrandinspektor und 1. Kommandant Karl Schwalb erhält in Bayreuth von Regierungspräsident Wolfgang Winkler auf Grund seiner besonderen Verdienste das Steckkreuz zum Feuerwehr-Ehrenzeichen verliehen. Im gleichen Jahr noch erhält Schwalb am 10.04. im großen Rathaussaal die Bürgermedaille in Silber.

 

1987

Einweihung des umgebauten Gerätehauses mit Atemschutzübungsstrecke und Kreisalarmierungszentrale am 17. Oktober. Am Tage der Einweihung erhält der langjährige Kommandant Karl Schwalb von Kommandant Manfred Bugla die Urkunde über die Ernennung zum Ehrenkommandanten.

Eherenkommandant Schwalb und Kommandant Bugla

 

1988

Kreisfeuerwehrtag, verbunden mit dem 120-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim in der Zeit vom 01. - 04. Juli unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Ritter von Traitteur.

Kreisfeuerwehrtag und 120-Jahr-Feier unter Schirmherr OB v. Traitteur

"Daß nicht immer alles Gute von oben kommt, mußten die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim bereits wenige Stunden vor Beginn ihres Festkommers erleben. Ein über Forchheim ziehendes Jahrhundertgewitter hätte den abendlichen Festakt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen lassen. Unter Aufbietung aller Kräfte konnten seine Mannen verhindern, daß, so der 1. Vorsitzende Franz Streit in seiner Festansprache, das abendliche Beisammensein nicht im Freien stattfinden mußte."

(Auszug aus Nordbayerische Nachrichten vom 4.7.88)

 

1989

Dem Wunsche der Mehrheit entsprechend und auf Grund schleppender Neuaufnahmen wird in der Jahreshauptversammlung vom 25.02.1989 das Mindestalter für den Eintritt in den Verein auf 12 Jahre herabgesetzt.

In diesem Jahr wurde auch die Städtepartnerschaft Forchheim-Rovereto unter Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim gegründet.

 

1990

Die Freiwillige Feuerwehr Forchheim nimmt erste Kontakte zur Feuerwehr der Partnerstadt Pößneck auf.

Der Jahresausflug führt uns zu unseren Feuerwehrkameraden nach Rovereto.

 

1991

Mit Vorstandsbeschluß vom 4.12.91 und aufgrund fehlenden Nachwuchses beschloß der Vorstand einstimmig, Frauen in die Wehr aufzunehmen unter der Voraussetzung, daß eine volle Integration in die aktive Mannschaft erfolgt, d.h. daß eine aktive Dienstleistung, wie auch von jedem Feuerwehrmann gefordert, erfolgen muß.

 

1992

Mit Wirkung vom 01.01.1992 traten 8 junge Frauen den aktiven Feuerwehrdienst bei der Freiwilligen Feuerwehr an. Dies waren: Albrecht Katrin, Böhme Claudia, Budzinski Tatjana, Eckert Gabriele, Glier Petra, Hüller Christiane, Schubotz Daniela und Pöhlmann Elke.

 

1993

125-jähriges Gründungsjubiläum.

Dem Verein gehören insgesamt (zum 01.02.1993) an:

aktive Mitglieder 114
passive Mitglieder 52
fördernde Mitglieder 94
Jugendliche (12 - 14J.) 7