Aktuelles
Termine
- 20.05.2012 150 Jahre Feuerwehr Höchstadt
- 23.05.2012 | 19.00 Absturzsicherung
- 24.05.2012 | 18.00 Jugendgruppe
Geschrieben von: Klaus Sreball
Das Gerätehaus
- unsere zweite Heimat
von Klaus Sreball

Unser Gerätehaus - ein Foto aus dem Korb der Drehleiter (1993)
Forchheim, Egloffsteinstr. 3
- die Anschrift unseres Gerätehauses
Fast 100 Jahre mußte die Freiwillige Feuerwehr Forchheim, seit ihrer Gründung im Jahre 1868 warten, bis sie in ihr eigenes Gebäude einziehen konnte.
Als die Freiwillige Feuerwehr ins Leben
gerufen wurde, standen die schon vorhandenen Löschgeräte, teils in den Rathaushallen, teils im Saltorturm, besser als , Mäus'- Turm" bekannt.
Noch während des 2. Weltkrieges konnte die Feuerwehr mit einem Teil ihrer Geräte in eine etwas größere Unterkunft umziehen, als Untermieter ins Städt. Bauamt an der Birkenfelderstraße. Die Löschfahrzeuge fanden hier ihren neuen Platz. Das Rathaus wurde weiterhin als "Feuerwehrhaus" genutzt, warteten doch hier die Leitern auf ihren Einsatz.
Aktuell wurde der Neubau eines Gerätehauses, als das Städt. Bauamt die Garagen selbst nutzen wollte und gleichzeitig im Erdgeschoß des Rathauses eine Zweigstelle des Postamtes untergebracht werden sollte. Dies berichtete Albert Dreier, der nach dem Krieg das Kommando über die Feuerwehr hatte. in einer Monatsversammlung im Juli 1949. Der Stadtrat ließ auch Pläne für einen Neubau anfertigen, doch aus finanziellen Gründen scheiterte die Verwirklichung des Entwurfs. Der Standort wäre damals der Hof des Waisenhauses an der Egloffsteinstraße gewesen, an deren Stelle sich jetzt die alte Berufschule befindet.
Der Plan zur Errichtung eines Schlauchtrockenturms wurde im November 1947 genehmigt, doch machte die Beschaffung der, vor der Währungsreform notwendigen "Eisenmarken" Schwierigkeiten. Nachdem der Bau scheiterte, wurde im September 1950 das Kath. Stadtpfarramt vom Verwaltungsrat der Feuerwehr schriftlich ersucht, daß "die Freiwillige Feuerwehr den Turm der Stadtpfarrkirche als Schlauchtrockenturm benutzen dürfe". Dem Ersuchen wurde seitens des Stadtpfarramtes stattgegeben.
1951 war ein Umbau im Bauhof notwendig geworden. um die, von der Berufsfeuerwehr Nürnberg gekaufte, "automatische" Drehleiter DL 22) unterbringen zu können. Dabei wurden auch die Innenräume umgebaut, die der Feuerwehr zur Verfügung standen. Zwischenzeitlich diente die Scheune eines Feuerwehrkameraden im Krottental als Unterkunft für die DL 22. Anfang November des gleichen Jahres erstrahlte das Gerätehaus mit renovierter Fassade in neuem Glanz.
Das Städt. Bauamtsgebäude erhielt 1959 eine Erweiterung, die auch der Feuerwehr zugute kam. Es wurden nämlich drei Wohnungen errichtet, in denen Feuerwehrleute mit ihren Familien untergebracht werden konnten.
Im Gebäude an der Birkenfelderstraße wurde die Raumnot im Laufe der Zeit problematisch. Der Fuhrpark vergrößerte sich. Ein Löschfahrzeug hatte seinen Stellplatz im hinteren Gebäudetrakt gefunden, aber noch immer mußten zwei Fahrzeuge. ein Mannschaftstransportwagen und der "Kommandantenwagen" im Rathaus untergebracht werden. Für ein zweites Tanklöschfahrzeug (TLF 16), das 1964 gekauft wurde, war anfänglich keine Unterstellmöglichkeit vorhanden. Eine Garage des Bauamtes wurde schließlich dafür freigemacht.

Es mußten auch die Schläuche nach ihrem Gebrauch zum Waschen und zu Reparaturen nach Nürnberg gefahren werden, denn der mehrmals von der Feuerwehr beantragte Trockenturm konnte nicht verwirklicht werden. Die notwendigen Unterrichte wurden nach Möglichkeit in Schulräumen abgehalten und Versammlungen fanden meist in Gastwirtschaften statt.
1961 stellte die Stadt einen geplanten Um- und Erweiterungsbau am Städt. Bauamt zu Gunsten der Feuerwehr vor. Nach langem Hin und Her wurde der Vorschlag verworfen, den die Feuerwehr als "Provisorium" für ihre Belange betrachtete.
Im Juli 1964 wurden Pläne für das 1460 qm große
Baugelände an der Egloffsteinstraße vorgestellt, welches die Stadt 1963 erworben hatte. Damit war ein Neubau in greifbare Nähe gerückt, um den sich Albert Dreier und sein Nachfolger Oskar Schmelmer immer sehr bemühten. Der Stadtrat gab schließlich für den Bau grünes Licht. Die Kosten dafür wurden auf rund 500 000,- DM veranschlagt.
Der Startschuß für den ersten Spatenstich fiel endlich im Frühjahr 1965. Der Abbruch der noch auf dem Grundstück befindlichen Schuppen wurde von den Mitgliedern der Feuerwehr selbst durchgeführt, denen das Holz als Brennmaterial zur Verfügung gestellt wurde. Am Samstag, den 18.12.1965 wurde der Grundstein feierlich gelegt, dabei war der Rohbau bereits bis zum ersten Stock fertiggestellt. Eine fast 12 m hohe, geflochtene Krone, die der damalige 2. Kommandant Karl Schwalb gebunden hatte, hing am Baukran über dem 25 m hohen Schlauchtrockenturm, als am 25.3. 1966 das Richtfest gefeiert wurde.
Der fertige Neubau wurde am 6. Januar 1967 in festlichem Rahmen seiner Bestimmung übergeben. Kommandant Oskar Schmelmer erhielt aus der Hand des Oberbürgermeisters Karlheinz Ritter von Traitteur die "Schlüsselgewalt". Endlich hatte die Feuerwehr an einem zentralen Standort ihr eigenes "Zuhause". Die endgültigen Baukosten beliefen sich auf rund 730 000 DM. Um den umfangreichen Fahrzeugpark "in Schuß" halten zu können, wurde zum 01. Juli 1967 der Brandmeister Heinz Horsch als erster hauptamtlicher Gerätewart angestellt.

Doch die Anforderungen, die an eine Feuerwehr in einer Stadt wie Forchheim gestellt werden, wuchsen immer mehr an. Waren die Räumlichkeiten beim Einzug noch ausreichend, so drohte das Gerätehaus im Laufe der nächsten Jahre schon langsam aus den Nähten zu platzen. Neue Geräte und Ausrüstungsgegenstände mußten angeschafft werden, um die Aufgaben der Feuerwehr in geeignetem Rahmen bewältigen zu können. Bereits Ende 1975 wurde deshalb von den zuständigen Stellen eine Erweiterung ins Auge gefaßt, doch vergingen noch Jahre ehe der Anbau in Angriff genommen werden konnte.
Die ersten Baupläne für die Erweiterung fertigte man bereits im Juli 1977 an. Im September 1978 sollte der Ausbau Kosten von voraussichtlich 500 000,- DM erfordern, für den die Bewilligung der Regierung von Oberfranken bereits vorlag. Allerdings stellte man Anfang 1979 schon wieder neue Pläne vor, in denen die Aufwendungen auf schon etwa 1,5 Millionen DM angewachsen waren. Die Vergabe der Planung an einen freien Architekten weckte Mitte 1980 die Hoffnung auf eine baldige Realisierung der Erweiterung. Die Gesamtfinanzierungskosten für das Projekt beliefen sich Ende 1980 nun auf ca. 3 Millionen DM, einschließlich 600 000,- DM für die geplante Atemschutzübungsstrecke und 170 000,-DM für die Funkzentrale - für beide Einrichtungen waren Zuschüsse des Landkreises zu erwarten. Aufgrund der allgemeinen Sparmaßnahmen wurden bei den Haushaltsberatungen der Stadt die Mittel für den Erweiterungsbau für 1981 gestrichen.
Durch die räumliche Enge wurde der Dienstbetrieb immer mehr beeinträchtigt. Die Unterbringung der Bekleidungsspinde in der Fahrzeughalle bildete einen nicht zu unterschätzenden Gefahrenpunkt. Die notwendige Anschaffung eines Rüstwagens (RW 2) - ein weiteres Großfahrzeug - hatte zur Folge, daß das Mehrzweckfahrzeug im Hof sein Dasein fristete. Die ersten Baugeräte rückten dann endlich im September 1984 an. Die Rohbauarbeiten waren im Oktober ´85 abgeschlossen.
Äußerst schwierig gestalteten sich die Umbauarbeiten, da die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr nicht wesentlich behindert werden durfte. Die "strapaziöse Baustellenzeit", die auch hohe Anforderungen an den Kameradschaftsgeist innerhalb der Feuerwehr stellte, war mit dem "Wiedereinzug" Ende März 1987 beendet.
Das für 4,7 Millionen DM erweiterte und renovierte Gebäude wurde in einer Feierstunde am 17.10.1987 offiziell wieder seiner Bestimmung übergeben.

Für die nächsten Jahre dürften wir sehr gut bedient sein." meinte Kommandant Manfred Bugla in seiner Ansprache zur Einweihung. Wie lange die Feuerwehr ausreichend untergebracht ist, wird sich zeigen, denn das Einsatzspektrum weitet sich immer mehr aus und die Anforderungen steigen an. Der Erwerb von zwei Nachbargrundstücken durch die Stadt läßt beruhigt in die Zukunft schauen.

Der vorläufig letzte Bauabschnitt wurde Ende 1992 in Angriff genommen. Das bis dahin ungenutzte Dachgeschoß wurde mit Mitteln der Stadt, des Feuerwehrvereins sowie der tatkräftigen Unterstützung von zahlreichen freiwilligen Helfern unserer Wehr zu einem attraktiven Kommunikationstreffpunkt für unsere Feuerwehrjugend ausgebaut.
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Durch die zentrale Lage, mitten in einem Wohngebiet, haben es unsere Nachbarn sicher nicht "leicht" mit der Feuerwehr. Durch die ständigen, notwendigen Übungen und Unterrichte ist fast täglich im und vor dem Gerätehaus "etwas los". Dazu kommen die überörtlichen Lehrgänge für Atemschutzgeräteträger des Landkreises und, nicht zu vergessen, die Einsätze, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Diese Faktoren zusammen stellen eine relativ starke Beeinträchtigung aller Anlieger dar.
Eine Woche im Gerätehaus...
eine Aufstellung über das, was so alles im Laufe eines Jahres in unserem Gerätehaus stattfindet (ohen Anspruch auf Vollständigkeit!)
| Montag: | vormittags | abends |
| Bereitschaftsdienst der Atemschutzgerätewarte (2 Pers.) für Service, Prüfdienst und Pflege der Atemschutzgeräte - wöchentlich | ||
| Probe der Musikkapelle (ca. 12 Pers.) - wöchentlich | ||
| Vorstandssitzung (13 Pers.) - nach Bedarf | ||
| Dienstag: | vormittags | abends |
| Besuch und Besichtigung durch eine Schulklasse - auf Wunsch | Fahrer und Maschinistenausbildung (ca. 20 Pers.) - monatlich | |
| Mittwoch: | vormittags | abends |
| Gruppenübungen und - unterrichte (ca. 25 Pers.) - wöchentlich | ||
| Zugübung bzw. Unterricht (ca. 30 Pers.) - monatlich | ||
| Dienstversammlung (ca. 90 Pers.) - halbjährlich | ||
| Donnerstag: | vormittags | abends |
| Gruppenstunde der Jugend (ca. 20 Pers.) - 2x im Monat | ||
| -Atemschutzgerätewarte (wie Montag) | ||
| Funksprecherausbildung (ca. 15 Pers.) - monatlich | ||
| Dienstgradbesprechung (ca. 25 Pers.) - nach Bedarf | ||
| Freitag: | vormittags | |
| Besuch von Kindergartengruppen (ca. 20 Pers.) - auf Wunsch | Seniorentreffen (ca. 20 Pers.) - monatlich | |
| Samstag: | mittags | abends |
| Probealarm für alle Funkmeldeempfänger im Landkreis (ca. 3 Pers.) - wöchentlich | gesellige Kameradschaftsabende - je nach Anlaß | |
| Sonntag: | morgens | vormittags |
| Zugübung bzw. Unterricht (ca. 30 Pers.) - monatlich | geselliger Frühschoppen - wöchentlich |
Dazu im Jahresmittel pro Woche 5 Ernstfalleinsätze (ca. 20 - 50 Pers.)
Außerdem finden nachfolgende festeingeplante Treffen statt:
- "Stärktrinken" - 6. Januar (ca. 60 Pers.)
- Schlachtfest - Faschingssamstag (ca. 150 Pers.)
- Faschings-Kehraus - Faschingsdienstag (ca. 100 Pers.)
- Schafkopfrennen - April (ca. 45 Pers.)
- Florianstag - Anfang Mai (ca. 300 Pers.)
- Leistungsprüfungen - ca. 3x jährlich (je ca. 15 Pers.)
- Annafestwachen - Juli 10 Tage (pro Tag 9 Pers.)
- Ehrungsabend - November (ca. 70 Pers.)
- Wissenstest der Feuerwehrjugend - November (ca. 25 Pers.)
- Nikolausfeier - Dezember (ca. 130 Pers.)
- Kickerturnier - Dezember (ca. 10 Pers.)
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