Aktuelles
Termine
- 25.06.2013 | 19.00 Fahrer/Maschinisten
- 25.06.2013 | 19.00 UG-ÖEL
- 03.07.2013 | 18.00 Jugendgruppe
Atemschutz
Geschrieben von: Michael Meisel
Atemschutz
Unter Atemschutz versteht man jede Handlung, die darauf zielt, schädliche Einflüsse die über die Atmung in den menschlichen Körper gelangen können, fernzuhalten. Sind in der Umgebungsluft Atemgifte vorhanden oder reicht der Luftsauerstoff nicht aus, ist ein geeignetes Atemschutzgerät zu verwenden.
Bei vielen Notfalleinsätzen werden durch Gefahrstoffe unter Umständen Atemgifte freigesetzt, die Feuerwehr- und Rettungsdienstpersonal bei ihren Einsätzen gesundheitlich schädigen können. Deshalb gibt es heutzutage kaum noch Brandeinsätze, die ohne Einsatz vom Atemschutz durchgeführt werden. Dier hier eingesetzten Atemschutzgeräteträger/-innen sind ein speziell ausgebildeter und ausgerüsteter Personenkreis. Man erkennt sie an einem großen schwarzen „A" (Atemschutzgeräteträger) auf dem Feuerwehrhelm.
Die Feuerwehr Forchheim verfügt derzeit über
- 48 ausgebildete Atemschutzgeräteträger
- 1 Sachgebietsleiter Atemschutz
Die Feuerwehr Forchheim unterhält, mit den in den Stadtteilen stationierten Geräten:
- 61 Atemschutzgeräte der Typen BD 83, BD 96 5L und Airmax.
- 2 Langzeit-Atemschutzgeräte des Typs MSA BD 96 AS
- 90 Atemschutz-Vollmasken der Typen 3S und Ultra Elite
Zusätzliche Ausrüstungsgegenstände umfassen unter anderem:
- Signal- und Warngerät
- Atemschutzholster
- verschiedene Atemschutz-Überwachungssysteme
- Hitzeschutzkleidung
- Chemikalienschutzanzug
- Kontaminationsschutzkleidung
- Wärmebildkamera
Atemschutz-Maske

Signal- und Warngerät
Bei der Feuerwehr Forchheim, ist das Signal- und Warngerät „Motion Scout“ von der Fa. MSA im Einsatz. Der MSA Motion Scout ist an die Bebänderung des Atemschutzgerätes angebracht. Er ist ein modernes Signal- und Warngerät mit automatischer Alarmfunktion bei Bewegungslosigkeit des Geräteträgers. In Notfallsituationen kann der akustische und optische Alarm auch manuell ausgelöst werden.
Der bewegungssensitive, elektronische Sensor erkennt alle normalen Körperbewegungen. Das Alarmsystem besteht aus einem unüberhörbaren akustischen Alarm mit 95 dB in 3 m Entfernung und superhellen LEDs. Nach ca. 25 Sekunden Bewegungslosigkeit wird der Voralarm mit reduzierter Lautstärke aktiviert. Nach weiteren 15 Sekunden ohne Bewegung folgt dann der Vollalarm.
Atemschutzüberwachung
Die Atemschutzüberwachung ist ein wesentlicher Sicherheitsaspekt, wenn Feuerwehrkameraden unter Atemschutz, insbesondere im Innenangriff, vorgehen. Sie dient zur Überwachung der eingesetzten Kräfte, Einsatzdauer und -verlauf, Einsatzort sowie dem verbleibenden Luftvorrat der Trupps.

Atemschutzholster
Das Atemschutzholster ist ebenfalls an die Bebänderung des Atemschutzgerätes angebracht und beinhaltet für den Einsatz wichtige Utensilien, wie z.B. Markierungsstift und Markierungsbänder zum Kennzeichnen von abgesuchten Räumen, einem Multitool-Werkzeug, Türkeilen und Bandschlinge. Er ist für jeden Geräteträger eine wichtige Ergänzung zur persönlichen Ausrüstung.
Hitzeschutzkleidung
Die mit einer Aluminiumfolie laminierte Bekleidung reflektiert ca. 90 % der Hitzestrahlung und ist beständig gegen Flüssigmetallspritzer. Sie eignet sich somit als Vollkörperschutz gegen intensive Strahlungshitze (Wärmestrahlen), Flammen, sowie glühende oder heiße Teile.

Chemikalienschutzanzug
Der einteilige Chemikalienschutzanzug schützt vor Säuren, Laugen, brennbaren Flüssigkeiten, Stäube, Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase.

Kontaminationsschutzkleidung
Sie besteht aus einem einteiligen Kontaminationsschutzanzug mit Kapuze und Handschuhe mit langen Stulpen und dient als Vollkörperschutz gegen Kontamination durch radioaktive Stoffe. Allerdings schützt sie nur vor Verschmutzung durch radioaktive Stoffe und nicht vor radioaktiver Strahlung.

Wärmebildkamera
Mit der Wärmebildkamera können versteckte oder schwelende Brände, vermisste oder verletzte Personen, Schadstoffquellen, -leckagen, -bewegungen und Flüssigkeitsstände schnell lokalisiert werden.
Langzeit-Atemschutzgerät
Neben dem Standard-Atemschutzgerät sind bei der Feuerwehr Forchheim auch zwei sogenannte Langzeit-Atemschutzgeräte im Einsatz. Das sind Zweiflaschengeräte, mit denen die Einsatzzeit verdoppelt werden kann.
- Standard - Atemschutzgerät / 1 x 6 Liter Pressluftflasche 300 bar / ca. 30 Minuten Einsatzzeit
- Langzeit - Atemschutzgerät / 2 x 6 Liter Pressluftflasche 300 bar / ca. 60 Minuten Einsatzzeit
Benutzt werden sie vom Rettungstrupp, damit dieser im Notfall mehr Atemluft zur Verfügung hat und seine Rettungsaktion länger ausführen kann.
Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
Jeder Feuerwehrdienstleistende der eine Feuerwehr-Grundausbildung besitzt und eine Ausbildung zum Truppmann abgeschlossen hat, kann sich zum Atemschutzgeräteträger ausbilden lassen.
Da Atemschutzgeräteträger körperlich topfit sein müssen, muss bevor mit der Ausbildung begonnen wird, noch die sogenannte G26.3 Untersuchung durch einen dafür ermächtigten Arzt erfolgen. Die G 26 / Gruppe 3 - Untersuchung (Gruppe 3 = Gerätegewicht über 5 kg, erhöhte Atemwiderstände) ist vorgeschrieben und muss alle 3 Jahre (ab dem vierzigsten Lebensjahr alle 2 Jahre) wiederholt werden. Folgendes umfasst die G 26.3 Untersuchung:
- Erhebung der Krankheitsvorgeschichte
- Körperliche Untersuchung
- Sehtest
- Hörtest
- Urinuntersuchung
- Blutuntersuchung
- Leberwerte
- Blutbild
- Blutzucker
- Röntgen der Lunge (alle 6 Jahre)
- LungenfunktionsprüfungBelastungs- und Ruhe - EKG
Bei dieser Untersuchung soll festgestellt werden, ob der Feuerwehrdienstleistende gesund ist und die auftretenden körperlichen Belastungen verkraften kann.
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann mit der Ausbildung, die 6 Abendveranstaltungen beinhaltet und sich über 3 Wochen erstreckt (2 Veranstaltungen pro Woche, gesamt ca. 25 Stunden), begonnen werden. Nach einigen Stunden Theorie (Funktionsweise und Bedienung von Atemschutzgeräten und Masken, etc.) und Praxis (Anlegen von Atemschutzgerät und Maske, Gewöhnung an Gerät und Maske, Durchlaufen der Atemschutzübungsstrecke), wird nach erfolgreicher Ausbildung das entsprechende Zeugnis überreicht. Darin wird bestätigt, dass der Feuerwehrdienstleistende nun ausgebildeter Atemschutzgeräteträger ist.
Da die „frisch" ausgebildeten Atemschutzgeräteträger / -innen, erst entsprechende Einsatzpraxis sammeln müssen, gehen Sie im Einsatzfall immer mit erfahrenen Feuerwehrkameradinnen und Kameraden in den Einsatz.
Ausrüstung eines Atemschutzgeräteträgers
Das Foto zeigt einen standardmäßig ausgerüsteten Atemschutzgeräteträger. Allein diese Schutzausrüstung wiegt ca. 25 kg. Dazu kommen je nach Einsatz, noch weitere Ausrüstungsgegenstände wie z. B. Schlauchtragekorb, Strahlrohr, Handlampe, mobiler Rauchabschluss sowie Feuerwehraxt.

Die Ausrüstungsgegenstände im Einzelnen
- Spezielle mehrlagige Überjacke und Überhose
- Flammschutzhaube aus Nomex, 2-lagig
- Feuerwehrhelm mit Leder-Nackenschutz und Helmlampe (DIN 14940)
- Handschuhe
- Feuerwehrsicherheitsgurt
- Pressluftatmer
- Atemschutzmaske
- 2m-Band-Handfunkgerät
- Leinenbeutel (Kennzeichnen des Rückzugsweges, Gegenstände abseilen, Rettung und Selbstrettung im Notfall)
- Brandfluchthaube
Atemschutzübungsanlage / Atemschutzwerkstatt
Die Atemschutzübungsanlage / Atemschutzwerkstatt für die Stadt und den Landkreis Forchheim, befindet sich im Atem- und Katastrophenschutzzentrum in Ebermannstadt (ca. 15 km von Forchheim entfernt). Sie ist mit modernsten Geräten ausgestattet:
- Laufband, Endlosleiter, Fahrrad-/Handergometer
- Moderner Bedien- und Überwachungsleitstand
- Infrarot-Kameraanlage, Lautsprecheranlage, Überwachung der Vitalwerte mittels Funkübertragung
Mindestens einmal im Jahr, muss jeder Atemschutzgeräteträger die Übungsstrecke durchlaufen. Der Raum in dem sich die Übungsanlage befindet, ist während des Durchgangs der Geräteträger komplett dunkel. Um die Situation so realistisch wie möglich zu gestalten, werden Schreie von Personen die in Panik geraten sind, über die Lautsprecheranlage übertragen. Die Atemschutzübungsanlage ist aufgebaut wie eine Industrieanlage. Schächte, enge Rohre, Hitzebereich und verzweigte Gänge müssen von den Atemschutzgeräteträgern durchlaufen werden. Hier zeigt sich ob die Geräteträger den körperlichen Belastungen unter schwerem Atemschutz gewachsen sind und wie sie sich in Extrem-Situationen verhalten. Das Ganze wird durch Atemschutzausbilder des Landkreises Forchheim über Monitore am Leitstand überwacht, damit bei evtl. Notsituationen sofort eingegriffen werden kann.
Außerdem werden in der dortigen Atemschutzwerkstatt alle Atemschutzgeräte und Masken der Stadt und des Landkreises Forchheim von einem angestellten Atemschutzgerätewart gereinigt, desinfiziert und geprüft.
Fazit
Atemschutzgeräteträger sind extremen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Bei Bränden sind sie die Einsatzkräfte, die an vorderster Front eingesetzt werden. Deshalb tragen Atemschutzgeräteträger effektiv dazu bei, dass Leben anderer zu retten, Sachwerte zu schützen und Brände gezielt zu bekämpfen.
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