Starkregen in und um Forchheim

Wir schreiben Donnerstag, den 5. Juli. Ein schwül heißer Tag mit Temperaturen um die 30 Grad. Die Wetterexperten sagen für den Nachmittag und Abend schwere Gewitter mit Starkregen voraus … und sie werden recht behalten.

 

Die Karte des Deutschen Wetterdienstes beginnt sich ab den frühen Nachmittagsstunden langsam rot zu färben. Zunächst sind es die Gebiete südlich und westlich von Nürnberg. Wenig später ist auch der Landkreis Forchheim rot hinterlegt … Unwetterwarnung.

 

Gegen 16:00 Uhr kann man im Süden Forchheims bereits die dunklen Gewitterwolken am Horizont beobachten. Eine Zelle der Front zieht südlich von Forchheim vorbei in Richtung Fränkische Schweiz, die verbleibende Zelle wandert unaufhaltsam auf Heroldsbach, Hausen und Forchheim zu. Erste Sturmböen gegen 17:00 Uhr und einsetzender Regen kündigen das Unwetter an. Nachfolgend setzt Starkregen ein, der durch die Böen teilweise waagrecht über das Land zieht. Die Dachrinnen haben große Mühe, mit den Wassermassen fertig zu werden.

Mancherorts fallen nachfolgend bis gegen 20:00 Uhr zwischen 80 und 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

 

Genau um 17:23 Uhr erfolgt die erste Alarmierung der Stadtfeuerwehr zu einem Unwettereinsatz in die Karl-Schwengler-Straße, südlich der Bayreuther Straße.

 

 

Weitere Alarmierungen folgen. Vollgelaufene Keller, Tiefgaragen und Geschäfte werden gemeldet. Unsere Wehr, unterstützt von den Wehren aus Kersbach, Burk und Buckenhofen, ist mit allen verfügbaren Fahrzeugen und Kräften im Einsatz, wobei sich herauskristallisiert, dass hauptsächlich der Forchheimer Süden vom Unwetter getroffen wurde. Allein in der Daimlerstraße müssen fünf Einsatzstellen abgearbeitet werden.

 

Letztendlich müssen an diesem 5. Juli insgesamt 21 Unwettereinsätze im Stadtgebiet bewältigt werden. Die letzte Einsatzstelle kann erst gegen 0:30 Uhr von der Feuerwehr verlassen werden.

 

Schlimmer als Forchheim traf es zur gleichen Zeit die Gemeinden Heroldsbach und Hausen. Zwischen 30 cm und einem Meter stand dort in manchen Kellern das Wasser. Auch die Heroldsbacher Schule sowie den erst kürzlich sanierten Kindergarten traf es hart.

Insgesamt 18 Wehren aus dem ganzen Landkreis, Helfer des THW aus Forchheim und Kirchehrenbach sowie die beiden Hochwassermodule aus Neunkirchen und Forchheim kamen lt. KBR Oliver Flake zum Einsatz. 1500 Sandsäcke wurden durch das THW ausgelegt, so die Sprecherin des THW, Nicole Endres.

 

Rund 270 Einsätze, davon allein 146 in Heroldsbach, mussten durch das THW sowie den Feuerwehren abgearbeitet werden, was bis Nachts um 2:00 Uhr andauerte.

 

Laut Kreisbrandrat waren geschätzt 300 ehrenamtliche Helfer im Einsatz.

 

Wir danken dem THW Forchheim für die Überlassung des Bildmaterials aus Heroldsbach/Hausen.